„Leistungsschau der deutschen Industrie“ in Tokyo

Vom 23. April bis 6. Mai 1984 fand in Tokyo die „Leistungsschau der deutschen Industrie“ statt. Die Industriemesse gab vor allem Wirtschaftsführern der deutschen Großindustrie, aber auch mittelständischen Firmen die Chance, erste Präsenz in Japan zu zeigen.

Werben für eine deutsche Leistungsschau

Der damalige Bundesminister für Wirtschaft, Otto Graf von Lambsdorff, und seine rotarischen Freunde Kurt Schoop (Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Düsseldorf) und Ruprecht Vondran (damals stellvertretender Geschäftsführer der Wirtschaftsvereinigung Stahl) warben bereits Anfang der 1980er Jahre für den Gedanken einer deutschen Leistungsschau in Tokyo. Der Plan eines großen „acte des presence“ wurde von der Industrie keineswegs enthusiastisch begrüßt. Die Unternehmen hatten nicht nur Zweifel an der Chance, hier neue Märkte aufzuschließen. Es war ihnen vor allem schwer nahe zu bringen, dass bei einer „Leistungsschau“ im ersten Durchgang Orderbücher zunächst wenig gefragt sind.

Aus Sicht des Ministers stand im Vordergrund, Vertrauen in Japan für deutsche Ausrüstungsgüter zurück zu gewinnen. Lambsdorff propagierte erste Freihandelsabkommen mit Japan, das zu damaliger Zeit den Warenimport durch nichttarifäre Handelshemmnisse beschränkte, zu gleicher Zeit aber äußerst erfolgreich in die Bundesrepublik exportierte. Der deutsche Export nach Japan im Jahr 1984 betrug nur 40 % des japanischen Exports nach Deutschland, und die deutschen Direktinvestitionen in Japan machten 20 % der japanischen in Deutschland aus.

Annäherung deutscher und japanischer Unternehmen

Als Lambsdorff, Schoop und der Kammerpräsident, der Hoechst-Chef Dienst, unter Beteiligung der japanischen Regierungsrepräsentanten kurz vor der "Goldenen Woche“ 1984 die schneeweißen eigens zu diesem Zweck gefertigten Leichtbauhallen am Hafen von Tokyo feierlich eröffneten, waren dann doch alle Bedenken verflogen. Die Ausstellung wurde ein großer Erfolg. Japan nutzte das Ereignis, um aller Welt klar zu machen, dass der japanische Markt künftig offen sei. Die Schau legte den Grundstein für eine stärkere Wahrnehmung der deutschen Industrie in Japan; und insbesondere für die in Japan eher unbekannten, mittelständischen Unternehmen bot sie die Chance, ihre Produkte und Dienstleistungen auf dem japanischen Markt zu präsentieren.

Die Idee einer deutsch-japanischen Plattform, die später „DJW“ genannt werden sollte, wurde von Lambsdorff, Schoop und Vondran rege weiterentwickelt.

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