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Kolumne (Januar 2018)

Gerhard Wiesheu, DJW-Vorstandsvorsitzender

Ausblick auf das Jahr 2018 - Positive Aussichten für die japanische und deutsche Wirtschaft

Mo 08.01.2018, 10:30 Uhr

Der Ausblick auf das Jahr 2018 für die europäische und japanische Wirtschaft steht im Mittelpunkt einer DJW-Veranstaltung am 10. Januar 2018 in der Deutschen Botschaft in Tokyo. Insgesamt blickt die Mehrheit der Volkswirte mit einer durchschnittlichen Wachstumsprognose von 3,7 % für die Weltwirtschaft optimistisch ins kommende Jahr. Die Gründe hierfür sind die Trendwende bei den Unternehmensinvestitionen sowie der an Dynamik gewinnende Aufschwung in den Schwellenländern. Die dritte Welle der Digitalisierung erfasst nämlich mit ihrer zunehmenden Vernetzung, Datenexplosion und den entsprechend hohen Anforderungen an die Software immer mehr Geschäftsbereiche und zwingt die Unternehmen zu steigenden Investitionen, um überhaupt wettbewerbsfähig bleiben zu können.

Interessanterweise sind trotz eines steigenden Optimismus für die Weltwirtschaft die Inflationserwartungen in den vergangenen Monaten eher gefallen. Dies könnte damit zusammenhängen, dass bisher in keinem der großen Wirtschaftsräume eine größere Lohn- oder Preisdynamik festzustellen war. Es gibt sogar schon erste Beobachter, die die Phillips-Kurve infrage stellen – also den Zusammenhang zwischen Arbeitslosenquote und Lohnsteigerungen. Vielleicht wird die Digitalisierungswelle für eine längere Lohnzurückhaltung sorgen, weil Computer und Roboter in der Lage sind, immer mehr Aufgaben von den Menschen zu übernehmen. Das ist jedoch nur Spekulation, und ehrlicherweise muss man konzedieren, dass die Unsicherheit über den Inflationsausblick derzeit ungewöhnlich groß ist.

Japan und Deutschland dürften als exportstarke Nationen von diesem Umfeld profitieren, sodass kein Ende des Aufschwungs in Sicht ist. So befindet sich die japanische Wirtschaft im längsten Aufschwung seit 2001. Noch offene Fragen sind hierbei, wie die japanischen Unternehmen auf die steigende Arbeitskräfteknappheit reagieren werden und ob der massive Einfluss der japanischen Zentralbank auf die Finanzmärkte nicht bald an eine Grenze stoßen könnte.

In Deutschland wurde der Aufschwung 2012 durch die Staatsschuldenkrise unterbrochen, hat jedoch zuletzt wieder stark an Dynamik gewonnen – im Einklang mit allen anderen Ländern der Europäischen Union. In Europa ist die noch offene Frage nach der Zukunft der EU zu beantworten – ein schwieriges Unterfangen, auch vor dem Hintergrund der voraussichtlich im März stattfindenden Wahlen in Italien. Italien ist sicherlich der große Schwachpunkt in Europa. Es gibt also auch im neuen Jahr viele spannende Themen zu diskutieren.

„Die Unsicherheit über den Inflationsausblick ist derzeit sehr hoch“, so Gerhard Wiesheu bei einem Seminar in Tokyo. „Die Unsicherheit über den Inflationsausblick ist derzeit sehr hoch“, so Gerhard Wiesheu bei einem Seminar in Tokyo.
Gerhard Wiesheu
Partner,  Bankhaus B. Metzler seel. Sohn & Co. KGaA
Vorstandsvorsitzender, Deutsch-Japanischer Wirtschaftskreis (DJW)
info@djw.de
http://www.djw.de
Gerhard Wiesheu
Partner, Bankhaus B. Metzler seel. Sohn & Co. KGaA
Vorstandsvorsitzender, Deutsch-Japanischer Wirtschaftskreis (DJW)
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