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Kultur in der Coronapandemie

Gedanken einer Musikerin

Artikel unseres Mitglieds Sachiko Furuhata

Mo 15.02.2021, 12:20 Uhr

Sachiko Furuhata ist eine der beliebtesten Pianisten in Europa. 2017 gab sie ihr Debut in der Carnegie Hall, und spielte unter anderem in London und Edinburgh, im San Francisco Herbst Theatre, in der Berliner Philharmonie und der Hamburger Elbphilharmonie. Außer den Solokonzerten spielte sie mit der russischen Staatsphilharmonie, der Deutschen Radiophilharmonie, dem Pfalztheater Orchester, beim SWR Fernsehen, dem SWR Rundfunk, dem Saarländischen Rundfunk und weiteren. Ihre japanische Tournee wird unterstützt vom Bankhaus Metzler. Sie unterstützt selbst auch Nachwuchstalente und ihre Konzerte hatten sehr gute Kritiken in renommierten Fachzeitschriften und Medien.

Auch mit dem DJW hat Sachiko Furuhata bereits ein Konzert organisiert und live für Mitglieder und Interessenten gespielt. Das Konzert finden Sie in einem Videomitschnitt auf dem YouTube-Kanal des DJW: https://www.youtube.com/watch?v=rltG0d9tvJA

 

Nun hält die Coronapandemie fast ein Jahr an. Wer hätte geahnt, dass es so lange dauern und so schlimm würde? Auch in Zukunft werden wir mit Naturkatastrophen und Naturgewalten leben müssen. Das habe ich selbst erlebt, als das Erdbeben und die Tsunami-Katastrophe Nordjapan traf. Die Betroffenen sagten mir, dass Familie und Freunde, die gerade noch zusammen fröhlich gesprochen hatten, am nächsten Tag nicht mehr am Leben waren. Diese Erinnerung werde ich nie vergessen.

Musik als Brückenbauer

Die Benefizkonzerte in Deutschland und Japan, die ich mehrere Male organisiert habe, waren prägend: Als ich vor Ort gespielt habe, warteten nach dem Konzert mehrere Hundert Leute in einer Schlange, um sich zu bedanken und mir die Hand zu geben. Sie sagten, dass sie nicht gedacht hätten, dass Klaviermusik so zu Herzen geht und tröstet. Das war ein Erlebnis, das mir die Tränen kommen ließ. Diese Erfahrung ist auch der Ursprung meiner Lebensphilosophie geworden, dass ich durch die Musik Menschlichkeit vermitteln möchte, Musik ist Nahrung für Körper und Geist. Musik war in unserer Menschheitsgeschichte ein ständiger Begleiter, der die ganze Welt verbindet, noch bevor die Medizin sich so stark entwickelt hat. Genau das ist ein wichtiger Teil der Kommunikation zwischen den Menschen.

Krisen der Moderne – Chancen der Verbindung

Durch Corona wurde alles umgeworfen und die Kulturhäuser mussten ihre Türen schließen. Erst im Lockdown bemerkten viele, wie wichtig für uns Kultur und Musik ist. Überall finden Onlinekonzerte statt, auf Balkonen, draußen, die Menschen verlangen nach Musik. Dass Musik auch Teil der Genesung eines menschlichen Körpers sein kann und nach und nach zum Bestandteil auch der Wissenschaft wird, ist sehr schön für mich zu beobachten. Letztes Jahr im Oktober, als meine japanische Tournee unter ganz strenger Reglung vor einem Publikum stattfand, hatten wir zusammen wunderbare Musik erleben können. Ich habe deutlich gespürt, dass das ein Licht in der dunklen Zeit war. Im zweiten Lockdown in Deutschland hatte ich wieder ein Interview gegeben. 2020 war Beethovens Jubiläum und ich wurde gefragt, was ich über ihn denke. Meine Antwort war klar: „Beethoven ist das Universum“. Als 1977 die NASA-Rakete ins All geschossen wurde, war nämlich auch Beethovens 5. Sinfonie dabei. Franz Liszt schreibt über seine Werke, sie seien am Anfang jugendlich kraftvoll, in der Mitte reifer, und am Ende ist er wie ein Gott. Er schrieb trotz seiner annähernden Gehörlosigkeit wunderbare Werke, er hat durch sein inneres Ohr gehört. Durch seine Werke denkt man, dass er unsere Zukunft gesehen hat. Wenn der Mensch eine herausfordernde Gegenwart gemeistert hat, kann er große Werke für die Zukunft erschaffen. Auch ich möchte mit meiner Musik an der Gegenwart, an der derzeitigen Krise wachsen und möglichst viel für die Zukunft erschaffen.

Nächste Konzerte

  • 7.7. Osaka; 9.7. Nagoya; 11.7. Tokyo; 15.7. Fukushima - mit freundlicher Unterstützung vom Bankhaus Metzler
  • 8.5. Leipzig - Gewandhaus; 30.5. Frankfurt - Alte Oper; 12.6. Berlin – Philharmonie; 20.6. München - Gasteig 

Für dieses Jahr habe ich einige weitere Konzerte vorbereitet und freue mich auf Unterstützung und auf Ihre Anfragen! Bitte sprechen Sie mich jederzeit gerne an, wenn Sie meine Konzerte unterstützen möchten. Ich bin mir sicher, dass wir einen guten Weg für Ihre Präsenz finden werden.

Sachiko Furuhata © Britta Scherfer Sachiko Furuhata © Britta Scherfer

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