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Kolumne (November 2024)

Gerhard Wiesheu, DJW-Vorstandsvorsitzender

Die Bedeutung der US-Wahl 2024 für Deutschland und Japan

Fr 15.11.2024, 09:11 Uhr

Die USA haben gewählt: Donald Trump kehrt als 47. Präsident ins Weiße Haus zurück. Mit JD Vance als Vizepräsident und einer Mehrheit im Senat dürften die USA in den kommenden Jahren eine konservativere Politik verfolgen als noch die Biden-Administration. Themen wie Handel, Klimaschutz und Sicherheitspolitik werden davon stark beeinflusst. Für Deutschland und Japan bedeutet dies die Herausforderung – und zugleich die Chance –, ihre Partnerschaften mit den USA neu auszurichten.

Wirtschaftliche Zusammenarbeit: Chancen und Risiken

Trumps Rückkehr bringt eine protektionistischere Handelspolitik mit sich, was die globalen Handelsbeziehungen belasten würde, insbesondere angesichts der wirtschaftspolitischen Spannungen zwischen den USA und China. Höhere Zölle und Handelsbarrieren könnten daher den Marktzugang für deutsche und japanische Unternehmen erschweren. Deutschland und Japan müssen sich daher als unverzichtbare Partner in Schlüsseltechnologien etablieren. Auf dieser Grundlage können beide Länder innovative Lösungen schaffen, die sowohl Stabilität als auch Wachstum fördern.

Klimapolitik: Eine zentrale Herausforderung

Unter der neuen US-Administration wird die Klimapolitik voraussichtlich an internationaler Dynamik verlieren. Während Europa und Japan ehrgeizige Klimaziele verfolgen, dürfte ein erneuter US-Rückzug aus Abkommen wie dem Pariser Klimaabkommen den globalen Fortschritt bremsen. Deutschland und Japan können ihre bilaterale Zusammenarbeit vertiefen und als führende Akteure nachhaltige Technologien vorantreiben. Ziel sollte es sein, gemeinsam die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren.

Sicherheitspolitische und diplomatische Perspektiven

Die enge diplomatische Partnerschaft zwischen Deutschland und Japan wird durch die geopolitischen Verschiebungen nach der US-Wahl 2024 vor neue Herausforderungen gestellt. Beide Länder eint das Ziel, eine regelbasierte internationale Ordnung zu stärken, die unter einer neuen US-Außenpolitik unter Druck geraten dürfte. Doch genau hier liegt auch eine Chance: Deutschland und Japan können gemeinsam eine global führende Rolle einnehmen und für multilateralen Austausch eintreten.

Gemeinsam könnten Deutschland und Japan eine aktivere Rolle in multilateralen Institutionen wie der G7 und den Vereinten Nationen übernehmen, um globale Standards in Bereichen wie Handel, Klimaschutz und Sicherheitspolitik zu verteidigen. Trumps Wahlsieg bietet die Gelegenheit, ihre bilateralen Beziehungen strategisch auszubauen, um geopolitische Stabilität und wirtschaftliche Resilienz zu fördern.

Fazit: Wohin steuern wir?

Der Wahlsieg Trumps fordert uns heraus, unsere internationalen Beziehungen strategisch anzupassen und neue Wege der Zusammenarbeit zu finden. Doch jede Herausforderung birgt auch Chancen. Gemeinsam mit unseren Partnern können wir Lösungen entwickeln, die Stabilität und Wohlstand fördern – für Unternehmen, Gesellschaften und künftige Generationen.

Gerhard Wiesheu
Vorstandssprecher, B. Metzler seel. Sohn & Co. AG
DJW-Vorstandsvorsitzender
info@djw.de
http://www.djw.de
Gerhard Wiesheu
Vorstandssprecher, B. Metzler seel. Sohn & Co. AG
DJW-Vorstandsvorsitzender
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