Über den DJW Unternehmerpreis "Sumo Tori"

Der Deutsch-Japanische Wirtschaftskreis (DJW), der seine Aufgabe in der Förderung des Wirtschaftsaustausches zwischen Deutschland und Japan sieht, 

  • berichtet u.a. regelmäßig über Chancen für deutsche Unternehmen im japanischen Markt;
  • ermutigt und hilft deutschen Unternehmen, ihre Möglichkeiten durch Handel und/oder Investition auszuschöpfen und
  • begleitet sie auf den ersten Schritten auf fremdes Gelände.

In diesem Zusammenhang stellt er regelmäßig Firmen ins Licht, die diesen Weg bereits mit Erfolg beschritten haben. Ihre „Success Stories“ finden sich in vielen DJW-Newslettern. Dieser Linie folgend, verleiht er regelmäßig einen Preis für beispielhaftes Engagement in Japan. Bewertet werden dabei: 

  • die Schwierigkeiten, die bei der Erschließung des Marktes zu überwinden waren;
  • die Energie und Umsicht, mit der das Unternehmen zu Werke gegangen ist;
  • die Originalität des von ihm gewählten Ansatzes;
  • den erzielten, objektiv messbaren Erfolg (Marktanteil, Umsatz, Ertrag oder andere Daten);
  • das besondere Eingehen auf Kundenwünsche/Kundennähe.

Der Preisträger wird in einer öffentlich wirksamen Veranstaltung einem breiten Publikum vorgestellt und auch in der weiteren Pressearbeit des DJW besonders berücksichtigt. Er erhält eine Skulptur von hohem künstlerischen und symbolischen Wert – die Bronzeplastik eines Sumo-Ringers („Sumo Tori“) der in Brüssel arbeitenden deutschen Künstlerin Dorothée Holschuh-Kraiss.

Der erfolgreiche Sumo-Kämpfer erfreut sich in Japan großer Anerkennung – er ist energiegeladen, mutig, reaktionsschnell und setzt seine Kräfte taktisch klug und gezielt ein. Das sind Eigenschaften, die auch einen guten Unternehmer auszeichnen, der in Japan erfolgreich sein will.

Preisträger

Der „Sumo Tori“ wird seit 2004 durch den DJW verliehen. Bisherige Preisträger sind:

2016 wurde der Sumo Tori im Rahmen unserer Jubiläumsveranstaltung „30 Jahre DJW“ an die Bayer AG verliehen. Die Bayer AG ist nicht nur mit langer Tradition in Asien tätig (die erste Niederlassung in Tokyo wurde bereits 1911 gegründet), sondern unterstützt als Inkubator darüber hinaus eine Vielzahl an Startups in Deutschland und Japan.

Eine Rückschau mit weiteren Fotos, die während der gesamten Veranstaltung aufgenommen wurden, finden Sie unter Symposium und Anniversary Dinner. Außerdem finden Sie einen Artikel in unserem DJW-Newsletter 3/2016 (Link).

Christof Slonina (Bayer AG) und Dr. Ruprecht Vondran (DJW) mit dem Sumo Tori Award 2016 ((c) DJW, Fotograf: Stephan Wallocha)
Gerhard Wiesheu (DJW) und Christof Slonina (Bayer AG) bei der Enthüllung des Sumo Tori Awards ((c) DJW, Fotograf: Stephan Wallocha)
Christof Slonina (Bayer AG) während seiner Dankesrede ((c) DJW, Fotograf: Stephan Wallocha)

In diesem Jahr ging die Auszeichnung an das Pharmazie- und Chemie-Unternehmen Merck KGaA, dessen Zentrale in Darmstadt ist. Das Unternehmen ist seit fast 50 Jahren in Japan aktiv, wo es an 16 Standorten etwa 1.000 Mitarbeiter beschäftigt. „Seit langem,“ so Dr. Ruprecht Vondran in seiner Laudatio, „gehört Merck zur Maku-Uchi', der höchsten Liga des japanischen Ringkampfes im chemisch-pharmazeutischen Bereich.“ Stellvertretend für Dr. Karl-Ludwig Kley, Vorsitzender der Geschäftsleitung, nahm Dr. Sabine Renker, Leiterin Global R&D Functional Materials innerhalb der Business Unit Pigments and Cosmetics bei Merck in Darmstadt und zuvor in leitenden Positionen bei Merck in Japan tätig, die von der Brüsseler Künstlerin Dorothée Holschuh-Kraiss geschaffene Bronzeskulptur unter Applaus der rund 170 Teilnehmer des DJW-Symposiums entgegen.

Eine Rückschau sowie Fotos der Veranstaltung finden Sie hier sowie in unserem Newsletter 3/2014.

Dr. Sabine Renker (Merck) nimmt den "Sumo Tori" entgegen ((c) DJW, Fotograf: Stephan Wallocha)
Dr. Sabine Renker, Antonio Parenti (EU Kommission), Gerhard Wiesheu (DJW), Dr. Ruprecht Vondran (DJW), Norihiko Ishiguro (METI), H.E. Takeshi Nakane ((c) DJW, Fotograf: Stephan Wallocha)

2012 ging der Preis an den Hochtechnologie-Werkzeugmaschinenhersteller TRUMPF GmbH + Co. KG aus Ditzingen. „Qualität, Innovationskraft, Flexibilität der Maschinen aus dem Hause TRUMPF, angepasst an die Besonderheiten des japanischen Marktes, und Kompetenz im Kundendienst – das waren und sind die unverzichtbaren Voraussetzungen für den Erfolg“, so Dr. Ruprecht Vondran, DJW-Ehrenvorsitzender, bei der Verleihung des Preises.

„Nur wer sorgfältig plant, kühl wägt und erst dann kraftvoll entschieden handelt, kann in Japan gewinnen.“ Prof. Dr. Berthold Leibinger, langjähriger Gesellschafter und heute Vorsitzender der Aufsichtsgremien der TRUMPF Gruppe, nahm den „Sumo Tori“ unter Applaus der rund 130 Teilnehmer eines ganztägigen DJW-Symposiums am 5. Oktober 2012 im Frankfurter Städel-Museum entgegen. Anwesend waren unter anderem der Botschafter von Japan in Deutschland, Takeshi Nakane, der bekannte Diplomat Hisashi Owada vom Internationalen Gerichtshof in Den Haag (Präsident 2009 bis 2012) sowie auch der „Eintracht Frankfurt“-Spieler Takashi Inui und Dorothée Holschuh-Kraiss, die Brüsseler Künstlerin, die die Bronze-Plastik des Sumoringers geschaffen hat.

Eine Rückschau zu der Veranstaltung sowie Fotos finden Sie hier und in unserem Newsletter 1/2013.

"Sumo Tori" 2012 ((c) DJW)
Preisträger TRUMPF mit dem "Sumo Tori" 2012 ((c) DJW)
Prof. Dr. Berthold Leibinger (TRUMPF) mit Dr. Ruprecht Vondran (DJW) ((c) DJW)

2009: TITECH GmbH

2009 wurde ein Unternehmen ausgezeichnet, das sich seit über fünfzehn Jahren auf die Entwicklung und Fertigung von sensorgestützten Sortiersystemen für die Recyclingindustrie spezialisiert hat: die Fir­ma TITECH GmbH aus Mülheim-Kärlich. Ihre Sortieraggregate kommen sowohl bei der Trennung verschiedener Metall­frak­tio­nen (Automobilrecycling) sowie im Be­reich der Trennung von Kunststoffarten (Duales System, DSD) zum Einsatz. Weitere Einsatzgebiete der Maschinen liegen in den Bereichen der Ersatzbrennstoff-Herstel­lung sowie der Schadstoff-Entfrachtung im Elek­tronikschrott-Recycling. Das Unternehmen hat 1999 den Sprung nach Japan gewagt.

Die Rückschau mit Fotos zur Veranstaltung finden Sie hier und in unserem DJW-Newsletter 4/2009.

Dr. Ruprecht Vondran (DJW) bei seiner Laudatio ((c) DJW)
Preisträger 2009 ((c) DJW)

Im Rahmen des DJW-Symposiums am 16. Oktober 2007 in Willich hat der DJW auch seinen Unternehmerpreis (Sumo Tori) verliehen. Der Preis geht stets an eine Firma, die in der Erschließung des japanischen Marktes besonders erfolgreich ist. 2007 ging er an die Firma BRITA GmbH, ein deutsches Familienunternehmen, das weltweit führend im Wasserfiltermarkt ist. BRITA, Erfinder der Tisch-Wasserfilter für den Haushalt, entwickelt, produziert und vertreibt innovative Trinkwasserfilter für den privaten und gewerblichen Gebrauch und war 2007 bereits seit mehr als 15 Jahren auch in Japan aktiv.

Preisträger Onno Jalink, General Manager BRITA Japan ((c) DJW)
Bürgermeister der Stadt Willich Josef Heyes, Dr. Ruprecht Vondran (DJW), Onno Jalink (BRITA), Dr. Kerstin Teicher, Julia Hollmann (beide DJW) ((c) DJW)

Eine breit gefächerte Produktpalette, von Pumpen, die mit großer Sogkraft ganze La­sten bewegen bis hin zu Pumpen, die in der Elektronik-Industrie einen Chip an die rich­tige Stelle transportieren, ist das Marken­zei­chen des 1885 gegründete Wuppertaler Fa­milienunternehmens Gebr. Becker GmbH. Anwendung finden ihre Produkte beispiels­weise in der Medi­zin-, Umwelt- und Laser­technik oder beim Bau. Das in der vierten Generation geführte Unternehmen ist heute in über 100 Ländern aktiv, macht einen jährlichen Umsatz von etwa 100 Mio. Euro und verfügt über 650 Mitarbeiter weltweit (Stand 2006). In Forschung und Entwicklung arbeitet es eng mit bekannten Institutionen und Univer­sitäten zusammen und engagiert sich in der Ausbildung junger Leute. Für sein erfolg­reiches Engagement auf dem japanischen Markt erhielt das Unternehmen am 7.11.2006 im Rahmen der Feierlichkeiten zum 20-jährigen Jubiläum des DJW den "Sumo Tori"-Preis 2006 verliehen.

Umfangreiche Informationen zu dem Jubiläumssymposium finden Sie in unserer Newsletter-Ausgabe 4/2006.

Preisträger Martin Becker (Gebr. Becker) mit Dr. Ruprecht Vondran (DJW) ((c) DJW)
DJW-Unternehmerpreis "Sumo Tori" mit den Preisträgern 2006 ((c) DJW)
DJW-Unternehmerpreis "Sumo Tori" mit den Preisträgern 2006 ((c) DJW)

Am 12. September zeichnete der Deutsch-Japanische Wirt­schaftskreis (DJW) die Solinger Klingenschmiede Windmühlenmesser-Manufaktur Robert Herder GmbH & Co. KG mit seinem „Sumo Tori"-Preis aus.

Der Sumoringer, dem die Japaner Kraft, ein schnelles Reaktionsvermögen und taktisches Geschick zuordnen, ist dem Unternehmen für erfolgreiches Marketing zuerkannt worden, mit dem es den Eintritt in den hart umkämpften Konsumgüter­markt Japan geschafft hat. „Dies ist der zweitgrößte Absatzmarkt der Welt. Ver­brauchsgüter machen dort mehr als die Hälfte der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage aus. Doch deutsche Unternehmen haben daran bisher nur einen verschwindend ge­ringen Anteil“, so Ruprecht Vondran, Vorsitzender des DJW. Dabei haben auslän­dische Konsumgüter für Japaner einen hohen Geltungsnutzen. Die Verbraucher sind bereit, dafür einen guten Preis zu bezahlen. Die Gewinnmargen sind hoch“, ergänzt Kerstin Teicher, Geschäftsführerin des DJW.

Das Solinger Unternehmen hat die Chancen genutzt. Es hat den Markt gründlich analysiert, heimische Experten zu Rate gezogen und auf Qualität gesetzt. Das Design seiner Produkte lässt den deutschen Ursprung erkennen. Die Werbung dagegen ist in Form und Inhalt auf japanische Käufer ausgerichtet.

Mit einem solchen Ansatz könnten sehr viel mehr deutsche Exporteure erfolgreich sein, so betont man beim DJW. Dieser gemeinnützige Verein, mit mittlerweile annähernd 1.000 Mitgliedern, ist bereit, die dazu notwendige Hilfestellung zu geben. Erfahrene Japan-Experten beraten und begleiten deutsche Unternehmen, vor allem aus dem Bereich des Mittelstands, bei ihrem Japanengagement.

Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie auf unserer Webseite und im DJW-Newsletter 3/2005.

Dr. Kerstin Teicher und Dr. Ruprecht Vondran (beide DJW) mit den Preisträgern 2005 ((c) DJW)
Der DJW-Unternehmerpreis "Sumo Tori" ((c) DJW)
Der DJW-Unternehmerpreis "Sumo Tori" ((c) DJW)

Bär GmbH stellt bequeme, hochwertige Schuhe für Menschen her, die nicht bereit sind, wegen modischer Trends unter Fuß­schmerzen zu leiden. Wie erklärt man Be­quemschuhe auf Japanisch? Am besten durch Anprobieren! Genau das machte die Bär GmbH, als sie sich mit 80 Paar Musterschuhen auf Einladung der JETRO (Japanische Außenhandelsorganisation) zu einer Konsumgütermesse 1995 nach Tokyo begab. Die Entscheidung, statt der Großim­porteure einen kleinen aber sehr tüchtigen Partner zu wählen, erwies sich als mit aus­schlag­gebend für den Erfolg. Bei den an­spruchsvollen Marktverhältnissen empfahl es sich, auf eine sehr klar definierte Ziel­gruppe - in diesen Fall die sogenannten „Best Agers“ - abzuheben. Wie die meisten Japaner denkt auch Bärs japanischer Partner langfristig, er ist also nicht an einer kurz­fristigen Gewinnopti­mierung interes­siert, sondern bereit, Zeit und Geld aufzuwenden, wenn das Potenzial einer Zielgruppe identifiziert ist, bei der sich über einen absehbaren Zeitraum der Erfolg einstellen kann. Die Erfahrung hat gezeigt, dass die langfristig gültige Markenphilosophie und Branding oft wichtiger sind als der Preis. Der Konsum­güter-Markt in Japan unterliegt sehr stark den gesellschaftlichen Normen und Denk­weisen. Diesen Test muss das Produkt beste­hen, um langfristig Erfolg zu haben. Qualität ist oberstes Gebot – kommt nicht nur im Falle dieser deutschen Firma – vor dem Preis.

Japaner erheben den Anspruch das Produkt zu optimieren  deshalb muss Kritik positiv aufgenommen werden, auch wenn es noch so schwer fällt. Die Summe der wichtigen „Kleinigkeiten“, wie z. B. schnelle Reaktion auf selbst ausgefallene Wünsche oder japanischsprachige Kataloge, Anzeigen usw., macht den Erfolg aus; trifft man den richtigen Nerv der Konsumenten, kann die Markt­entwick­lung sehr gut prognostiziert werden und man hat einen kalkulierbaren Exportmarkt.

Weitere Informationen finden Sie in unserem Newsletter 1/2004.