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2011-09-25
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Pressemitteilung: Ergebnisse Freihandelssymposium und Generationswechsel an der Spitze des DJW

Frankfurt, 23.9.2011

Am 23. September feierte der Deutsch-Japanische Wirtschaftskreis (DJW), gegründet 1986 auf eine Initiative des damaligen Wirtschaftsministers Graf Lambsdorff, in Frankfurt sein 25. Jubiläum. Im Mittelpunkt einer Konferenz zum Thema „Wohlstandsgewinne durch offene Grenzen – gilt das noch?“ stand die Frage eines Freihandelsabkommens EU-Japan.

 

Die japanische Position wurde dabei durch den Präsidenten der japanischen Außenhandelsagentur (JETRO) Hidehiro YOKOO, und den mit der Führung der Verhandlungen betrauten Spitzenbeamten des japanischen Wirtschaftsministeriums (METI), Michitaka NAKATOMI, erläutert. Die deutschen Interessen vertrat Botschafter Dr. Cyrill Nunn, Beauftragter des Auswärtigen Amtes für Asien- und Pazifikpolitik. Erste Ergebnisse finden sich in der Anlage (siehe unten).

 

Im Rahmen dieses Jubiläums fand auch ein Generationswechsel an der Spitze des DJW statt: Ruprecht Vondran, Jahrgang 1935, früher langjähriger Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl und Mitglied des Deutschen Bundestags, seit 1992 auch Vorsitzender des DJW, gab sein Amt an der Spitze des Wirtschaftskreises an Gerhard Wiesheu ab.

 

Wiesheu, Jahrgang 1962, ist seit 1987 im Japan-Geschäft aktiv. 1991 bis 1999 baute er in Tokyo das institutionelle Asset-Management für ein international aufgestelltes deutsches Finanzinstitut erfolgreich auf; anschließend war er in der Geschäftsführung in Deutschland verantwortlich für internationale institutionelle Investoren. 2001 wechselte er zum Bankhaus Metzler in Frankfurt am Main, wo er als Partner zuständig ist für die institutionelle Vermögensverwaltung. Hier betreut er unter anderem das Japan-Geschäft. Auch über seine zahlreichen ehrenamtlichen Engagements verfügt Wiesheu über ein weitgespanntes Netz internationaler Verbindungen.

 

Der Wechsel im Vorsitz fand in Mitgliederversammlung und Vorstand des DJW ein einstimmiges Votum. Vondran wurde gleichzeitig zum Ehrenvorsitzenden des DJW gewählt. Sein Amt als Präsident des Verbandes Deutsch-Japanischer Gesellschaften (VDJG), dem 50 Freundschaftsgesellschaften in ganz Deutschland angehören, nimmt er weiterhin wahr.

 

Anlage:

Zusammenfassung der Ergebnisse des Symposiums „Wohlstandsgewinne durch offene Grenzen – gilt das noch? Deutschland und Japan in gemeinsamer Verantwortung” anlässlich „25 Jahre DJW“

am 23. September 2011 in Frankfurt am Main:

 

1. Überall stehen die gegenwärtigen finanzpolitischen Probleme im Vordergrund. Es ist aber wichtig, auch den Themen Raum zu geben, die jenseits brennender Tagesaktualität liegen. Dazu gehört auch die Suche nach einer Antwort auf offene handelspolitische Fragen.

 

2. Finanzielle Ungleichgewichte ungeahnter Größe müssen derzeit neu austariert werden. Dazu werden auch große Opfer einzufordern sein. Weltweit wächst damit die Gefahr protektionistischer Alleingänge.

 

3. Deutschland bzw. die EU und Japan sind beide große Akteure des Welthandels. Sie tragen deshalb in besonderer Weise Verantwortung, die Märkte offen zu halten und einen freien Güter- und Dienstleistungs­austausch zu ermöglichen.

 

4. Dazu gehört vor allem, dass diese beiden Partner den Handelsbeziehungen untereinander eine befriedigende Ordnung geben.

 

5. Derzeit ist nicht zu erkennen, dass dies in Form globaler Regelungen geschehen kann, wie die Welthandelsorganisation (WTO) sie anstrebt.

 

6. Deshalb spricht viel dafür, eine Lösung der handelspolischen Probleme im Rahmen einer bilateralen Freihandelsvereinbarung zu suchen, die allerdings den Weg zu einer globalen Ordnung nicht verbauen darf.

 

7. Es ist zu begrüßen, dass beide Partner, EU und Japan, sich darauf geeinigt haben, dieses Thema trotz vieler gescheiterter Anläufe in der Vergangenheit erneut auf die Tagesordnung zu nehmen und bereits im Vorfeld wichtige Eckpunkte für konkrete Verhandlungen abzuklären.

 

8. Bereits jetzt ist sichtbar, dass die sich anbahnenden Gespräche großer Kompromissbereitschaft auf beiden Seiten bedürfen, wenn sie zum Erfolg führen sollen.

 

9. Innerhalb der EU gibt es unterschiedliche Interessen am Handel mit Japan. Für eine konstruktive Prüfung eines Freihandelsabkommens mit Japan haben sich Großbritan­nien, Dänemark, Schweden und Finnland sowie schließlich auch Deutschland ausgesprochen. Große Reserven gegenüber einem solchen Projekt haben besonders Frankreich und Italien erkennen lassen.

 

10. Das Ergebnis der anlaufenden Verhandlungsrunde bestimmt nicht nur die wirtschaftliche Entwicklung sondern kann im umfassenden Sinn auch den zukünftigen deutsch-japanischen Beziehungen neue Energie geben.

 

Über den Deutsch-Japanischen Wirtschaftskreis (DJW): Der DJW ist ein überregional tätiger gemeinnütziger Verein mit Sitz in Düsseldorf, zu dem sich über 1300 vorwiegend mittelständische Firmen, wirtschaftliche und wissenschaftliche Institutionen sowie Einzelpersönlichkeiten aus Deutschland und Japan zusammengefunden haben. Ziel ist es, durch Veranstaltungen, Informationen, Schulungen, und gleichgerichtete Aktivitäten die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern zu pflegen und auszubauen.